Pappmaschee

An manchen Tagen fühle ich mich auf irgendeine Art und Weise seltsam. Ich kann dieses Gefühl, das mich überkommt nicht wirklich beschreiben.

An diesen Tagen fühle ich mich, so wie Pappmaschee aussieht. Klumpig, matschig, grau-braun, undefinierbar. Ich fühle mich wie undefinierbare, klebrig-klumpige und hässliche Matschepampe, mit der ich nicht weiß, was ich anfangen soll.

Der Punkt ist jedoch, dass aus dieser undefinierbaren Masse eine Vielzahl an Dingen entstehen kann. Sie ist die Grundlage für manch‘ bezauberndes Kunstwerk.

Ich denke, manchmal brauchen wir dieses „Pappmaschee-Gefühl“ vielleicht. Ich denke, es ist in irgendeiner Weise dazu da, um uns wieder auf den „richtigen“ Weg zu bringen. Es kann dazu nützlich sein, uns zum nachdenken und reflektieren anzuregen, um uns zu überlegen was wir wirklich wollen im Leben. Was wollen wir erreichen? Was können wir besser machen? Wie können wir lernen, jeden Tag für das dankbar zu sein, was wir haben? Wie können wir wachsen und uns selbst weiterentwickeln? Wo müssen wir lernen Grenzen zu ziehen oder uns aus unserer Komfortzone herauslösen? Was erwarten wir von den Menschen um uns herum, den Beziehungen, die wir eingehen, und wie können wir es schaffen emotional intelligent und respektvoll zu handeln?

Auch wenn es einfacher sein mag sich gehen zu lassen, dieses Gefühl zu verdrängen oder sich mithilfe eines vollgestopften Terminkalenders versuchen abzulenken, kann es hilfreich sein, sich diesem undefinierbaren Gefühlsklumpen, den wir viel zu oft einfach hinunterschlucken, zu stellen…sich diesen und vielen weiteren Fragen zu stellen – sich auf einer ganz neuen Ebene selbst kennenzulernen.

Natürlich hat jeder einmal einen schlechten Tag, eine schlechte Woche oder eine Phase im Leben, in der er sich verloren, traurig, zornig, ängstlich oder Ähnliches fühlt. Und natürlich darf jeder mal unmotiviert und unproduktiv sein oder sich unsicher darüber sein, welchen Weg man in verschiedenen Lebensbereichen einschlagen soll.

Wir sollten uns die Zeit nehmen – für uns selbst – um herauszufinden „Warum fühle ich mich gerade so?“. Nur so können wir langfristig daran etwas ändern.

Mein „Pappmaschee-Gefühl“ hat mich dazu bewegt tiefer in mich hinein zu hören, bewusster zu leben, wahrzunehmen, zu interagieren, jeden Tag etwas dazu zulernen, nie aufzuhören Fragen zu stellen, neugierig zu sein oder meinen Träumen hinterher zu jagen. Es hat mich gelehrt Prioritäten zu setzen, mich mit Dingen auseinander zu setzen und das zu tun, wofür ich brenne. Und Stück für Stück entsteht so aus diesem „emotionalen Matsch“ die Grundlage für den Menschen, der ich anstrebe zu werden und das Leben, dass ich führen möchte.

Am Ende denke ich, besteht die Kunst des Lebens womöglich einfach darin, herauszufinden was wir aus unserem Haufen Matsche-Pampe Wundervolles machen können, wenn wir nur wollen und bereit dazu sind, uns dem klebrig-grauen Klumpen zu stellen….